Hinlauf- / Weglauftendenz bei Demenz

Weglaufen bei Demenz

Insbesondere bei fortgeschrittenen Demenzerkrankungen kommt es häufig vor, dass die Betroffenen weglaufen beziehungsweise das Haus verlassen. Dies stellt Angehörige, die mit der Pflege der Erkrankten betraut sind, vor große Probleme, denn in vielen Fällen finden die Betroffenen nicht zurück nach Hause. Aufgrund ihrer Demenz finden sie sich an einem unbekannten Ort wieder und wissen nicht, wie sie dorthin gelangt sind, beziehungsweise wie sie wieder zurück dorthin finden, wo sie herkommen. Auch für die Erkrankten ist diese Situation stressbesetzt und unangenehm.

Das Phänomen des Weglaufens bei Demenz

Personen, die an Demenz erkrankt sind, neigen dazu, wegzulaufen. Die Ursachen dieses Phänomens sind vielseitig. Oft versuchen die Erkrankten, nach Hause zu gehen, wobei sie in ihrem Kopf das Zuhause ihrer Kindheit oder Jugend vor sich sehen und dahin zurückkehren wollen. Eine anderer Antrieb für das Weglaufen ist ihr inneres Pflichtbewusstsein: sie sind zum Beispiel davon überzeugt, zur Arbeit gehen zu müssen oder wollen ihre Kinder von der Schule abholen, wie es vor vielen Jahren einmal ihre Pflicht gewesen ist. Es kommt aber auch vor, dass Demenzkranke das Haus verlassen, um sich einer unangenehmen Situation zu entziehen wie zum Beispiel Unruhe (von innen oder auch von außen) oder Unbehagen.

Risiken nicht unterschätzen

Das Risiko, das Betroffene und pflegende Angehörige eingehen, darf nicht unterschätzt werden, denn in den meisten Fällen kann nicht vorausgesagt werden, wohin der Kranke oder die Kranke geht. Bei Suchaktionen, die von Polizei und Feuerwehr durchgeführt wurden, hat man Demenzkranke zum Teil viele Kilometer von ihrem Heimatort entfernt in einem Zustand vollkommener Desorientierung, Verzweiflung und oft auch Dehydrierung aufgefunden. Eine solche Situation ist nicht nur für denjenigen, der wegläuft, sondern auch für Angehörige und Helfer mit enormem Stress verbunden.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Weglaufen bei Demenz

Ist bekannt, dass eine pflegebedürftige und an Demenz leidende Person dazu neigt, wegzulaufen, sollten Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Es kann zum Beispiel schon sehr helfen, wenn den Betroffenen stets Ablenkung und Beschäftigung in Form von Spielen, Bildern, einem Schaukelstuhl oder einfachen Haushaltsaufgaben angeboten wird. Wer beschäftigt ist, denkt weniger daran, sich auf den Weg zu machen. Es kann helfen, Türen mit einem Vorhang zu verdecken, so dass der Gedanke ans fortgehen nicht erst aufkommt. Außerdem kann die Mithilfe von Nachbarn wertvoll sein. Wenn die Umgebung über das Problem Bescheid weiß, können mehrere achtsame Augen eine echte Hilfe sein.

Hilfsmittel bei der Vorbeugung und beim Wiederauffinden

Es ist ratsam, die Betroffenen mit Namensschildern oder auch einem SOS Sticker für den Notfall auszustatten. So erkennt die Polizei oder jemand, der den Erkrankten auffindet, dass derjenige unter Demenz leidet. Auf einem solchen Schild kann auch ein Hinweis auf eventuelle Medikamente oder Diabetes angebracht werden. Es ist immer hilfreich, eine gute Beschreibung sowie Fotos des Betroffenen für den Ernstfall bereit zu halten, so dass Suchmannschaften die Arbeit erleichtert wird. Es gibt aber auch hilfreiche Technik. So sind zum Beispiel kleine Ortungsgeräte erhältlich, die man in Form einer Kette um den Hals oder als Armband tragen kann. Außerdem gibt es den sogenannten Bettkantenalarm für Personen, die nachts das Bett verlassen. Eine solche Alarmeinrichtung lässt dann auch Angehörige wieder ruhig schlafen, weil sie im Notfall geweckt werden. Hilfreich können auch Matten sein, die mit Sensoren ausgestattet sind. Diese Matten können entweder vor dem Bett oder auch an der Haustür zum Beispiel unauffällig unter der Fußmatte platziert werden, so dass ein Alarmton erklingt, wenn jemand die Türschwelle passiert. Den Alarmempfänger kann der betreuende Angehörige bei sich tragen und muss auf diese Weise nicht ständig im selben Raum mit seinem Schützling sein.

Die von der aurea Pflegevermittlung organisierte individuelle 24-Stunden-Betreuung im eigenen Zuhause bietet für pflegende Angehörige eine hohe Entlastung.


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