Schilddrüsenerkrankung bei älteren Menschen

Schilddrüsenerkrankung

Die Schilddrüse ist lebensnotwendig: Sie produziert wichtige Hormone, beispielsweise für das Herz-Kreislauf- und Nervensystem. Zudem reguliert sie den Stoffwechsel, Wärme- und Energiehaushalt. Des Weiteren aktiviert das Organ die Sauerstoffaufnahme der Zellen, ist am Knochenwachstum beteiligt und hilft beim Eiweißaufbau. Daher spielt die Gesundheit der Schilddrüse eine wesentliche Rolle. Doch eine Schilddrüsenerkrankung tritt mit zunehmendem Alter nicht selten auf. Welche Symptome auf eine Störung hindeuten, was für Ursachen sowie Möglichkeiten der Behandlung und Vorbeugung es gibt, wird nachfolgend erläutert.

Welche Symptome können bei einer Schilddrüsenerkrankung auftreten?

Laut Schätzungen ist etwa jeder Dritte hierzulande von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen, wobei es viele gar nicht wissen. Sie wird aufgrund der häufig unspezifischen Symptome oft nicht rechtzeitig erkannt:

  • Müdigkeit über längeren Zeitraum
  • mangelnde Leistungsfähigkeit
  • Unruhe und Nervosität
  • depressive Verstimmungen
  • Gewichtsschwankungen bei unverändertem Essverhalten
  • erhöhte Wärmeempfindlichkeit
  • Schwitzen
  • Durchfall
  • Schlafstörungen
  • Haarausfall

Diese Beschwerden können aus einer Schilddrüsenerkrankung resultieren, doch sie werden nicht damit in Verbindung gebracht. Funktioniert die Schilddrüse nicht ordnungsgemäß, verbraucht der Körper seine Energie zu schnell oder zu langsam. Ab dem 50. Lebensjahr ist das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen erhöht. Dazu zählen beispielsweise:

  • Kropf: sicht- und tastbare Schilddrüsenvergrößerung
  • Schilddrüsenunterfunktion, bei der nicht genügend Schilddrüsenhormone gebildet werden und die Stoffwechselvorgänge sich verlangsamen
  • Schilddrüsenüberfunktion: Hier bildet die Schilddrüse zu viele Hormone, sodass sich die Stoffwechselvorgänge beschleunigen
  • Morbus Basedow und Hashimoto (Autoimmunerkrankungen): Das körpereigene Abwehrsystem bekämpft die Schilddrüse
  • Schilddrüsentumore: gut- oder bösartige Schilddrüsenknoten

Welche Möglichkeiten gibt es bei der Diagnose und Behandlung einer Schilddrüsenerkrankung?

Erste Hinweise auf eine Schilddrüsenerkrankung liefert eine Blutuntersuchung. Mit einem Ultraschallbild ist es möglich, die Größe, Form, Lage und Gewebebeschaffenheit der Schilddrüse sowie eventuelle Zysten und Knoten zu erkennen. Liegt der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs vor, sind weitere Untersuchungen nötig. Wird ein Knoten festgestellt, kann eine feine Nadel hineingeführt werden, um Zellen zu entnehmen und auf diese Weise festzustellen, ob er gut- oder bösartig ist. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Manche Erkrankungen können mit Medikamenten gut behandelt werden, während bei anderen eine Schilddrüsenoperation erforderlich ist. Bei Letzterem entfernt der Chirurg krankhaft verändertes Schilddrüsengewebe, muss aber auch darauf achten, dass möglichst viel gesundes Gewebe erhalten bleibt. Bei bösartigen Tumoren wird die Schilddrüse in der Regel komplett entfernt.

Risikofaktoren für eine Erkrankung:

  • Geschlecht: Frauen entwickeln häufiger Schilddrüsenerkrankungen als Männer
  • Zunehmendes Alter
  • Schilddrüsenerkrankungen bei nahen Verwandten
  • Rauchen
  • Jod-Mangel
  • Übermäßiger Stress

Der Körper benötigt zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Körpers generell eine gesunde Ernährung, die reich an Vitalstoffen ist. Damit können Defizite verhindert werden. Dabei sollte für die Vermeidung einer Schilddrüsenerkrankung auch auf eine optimale Jodversorgung geachtet werden. Der Körper kann das Spurenelement selbst nicht bilden, sodass es regelmäßig in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen werden muss. Die Schilddrüse benötigt das Jod zur Bildung der wichtigen Schilddrüsenhormone T3 und T4.

Zusammenfassung

Eine Schilddrüsenerkrankung sollte möglichst vermieden werden, denn das Organ erfüllt im Körper eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben. Sie kann grundsätzlich jeden betreffen. Doch die Häufigkeit der Erkrankungen steigt mit zunehmendem Alter. Senioren und pflegende Angehörige sollten daher genau auf die Symptome achten. Die Ursachen können vielfältig sein. Teilweise genügt eine medikamentöse Behandlung, während in anderen Fällen eine operative Therapie notwendig ist.


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