Inkontinenz – Immer noch ein Tabuthema

Depressionen

Mit Inkontinenz bezeichnet man den unfreiwilligen Verlust von Harn- oder/und Stuhlgang. Beide Symptome können auch in unterschiedlicher Stärke gleichzeitig auftreten. Betroffen sind junge und alte Menschen, Frauen und Männer. Vielen ist es unangenehm über dieses sensible Thema mit der Familie oder dem vertrauten Arzt zu sprechen und versuchen irgendwie zurechtzukommen. Die Betroffenen isolieren sich oftmals aus Scham und verzichten auf gemeinsame Unternehmungen mit Freunden oder Hobbys. Dabei ist durch verschiedene Therapiemethoden in vielen Fällen eine deutliche Besserung oder auch Heilung möglich.

Die Harninkontinenz (auch Blasenschwäche genannt) tritt häufiger als die Stuhlinkontinenz auf.

Die drei häufigsten auftretenden Formen der Harninkontinenz sind:

Belastungsinkontinenz /Stressinkontinenz
Hierbei handelt es sich um den unfreiwilligen Verlust von kleinen Urinmengen bei alltäglichen Situationen wie zum Beispiel beim Niesen, Lachen, Husten oder Heben, ohne das ein Harndrang verspürt wird. Ursache hierfür ist oft, dass die Beckenbodenmuskulatur geschwächt ist, so dass der Blasenschließmuskel nicht mehr zuverlässig funktioniert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Dranginkontinenz
Obwohl die Blase kaum gefüllt ist, verspüren die Betroffenen einen häufigen fast überfallartigen Harndrang und schaffen es oftmals nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. Mögliche Ursache können zum Beispiel Blasensteine, Harn- oder Blasenentzündung, Prostatavergrößerung oder auch Alzheimer, Multiple Sklerose, Parkinson sein. Die Dranginkontinenz tritt bei Männern häufiger auf als bei Frauen und die Zahl der Betroffenen steigt mit zunehmendem Alter.

Treten Symptome der Belastungs- und Dranginkontinenz zusammen auf, spricht man von der Mischinkontinenz.

Bei Stuhlinkontinenz lässt sich die Abgabe von Stuhl oder Darmgasen nicht mehr willkürlich kontrollieren und kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten. Einige Betroffene verlieren gelegentlich geringe Mengen an Stuhl, andere hingegen spüren den Stuhldrang noch – schaffen es aber nicht mehr rechtzeitig zur Toilette – oder es wird nichts gespürt und der Stuhlverlust passiert vollkommen unbewusst.

Verschiedene Ursachen können zur Stuhlinkontinenz führen wie beispielsweise Darmerkrankungen, Verstopfungen, Beckenbodenschwäche oder Verletzung des Schließmuskels nach einer Operation oder Geburt. Auch seelische Ursachen sind möglich.

Hilfe ist möglich

Eine pauschale Empfehlung für die Behandlung und Therapie von Inkontinenz gibt es nicht. Der erste und wichtigste Schritt ist offen mit dem Hausarzt zu sprechen und die möglichen Ursachen herauszufinden.

Schon alleine aus hygienischen Gründen sollte nicht auf das Tragen von aufsaugenden Hilfsmitteln wie beispielsweise spezielle Einlagen, Inkontinenz-Slips, Windelhosen verzichtet werden. Diese sind in unterschiedliche Größen und Stärken erhältlich. Ein Großteil der Kosten kann bei ärztlicher Verordnung die gesetzliche Krankenkasse übernehmen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Krankenkasse beraten.

Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit

Viele pflegebedürfte Menschen leiden an Inkontinenz und benötigen Unterstützung, da sie sich nicht mehr so gut alleine versorgen können. Im Rahmen der 24 Stunden Pflege vermitteln wir Betreuungskräfte, die mit der Anwendung von Hilfsmitteln für Inkontinenz vertraut sind und so eine individuelle Hilfe leisten. Bei vorliegenden Pflegegrad haben Pflegebedürftige Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie beispielsweise Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen im Wert von 40 Euro monatlich. Mehr Informationen finden Sie hier: https://aurea-pflegevermittlung.de/preise/zuschuesse

 


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