Hilfe für Pflegende – seelische Belastung bei der Pflege von Angehörigen

seelische Belastung bei der Pflege von Angehörigen

Die Pflege von Angehörigen, wie die Pflege der eigenen Eltern, nehmen viele Kinder selbst in die Hand. Für die meist berufstätigen Kinder ist es eine Herausforderung, vor die sie oft unvorbereitet gestellt werden. Die einerseits erfüllende Pflegeaufgabe kann andererseits Körper und Seele stark beanspruchen und sogar krank machen.

Beschwerden wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen sowie andere seelische Probleme können die Folge sein. Die emotionale Anteilnahme der pflegenden Angehörigen ist groß. Doch ein Zuviel kann zur psychischen Zerreißprobe werden. Betroffene werden nicht selten von Schuldgefühlen geplagt und fürchten, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein oder zu versagen.

Pflege der Eltern – wenn sich die Rollen umkehren

Wenn die Eltern plötzlich Pflege brauchen, kehrt sich die Rollenverteilung um. Die erwachsenen Kinder erhalten die Verantwortung für die eigenen Eltern, etwa weil der Vater an Parkinson leidet oder die Mutter demenzkrank geworden ist. Die Eltern in ein Pflegeheim zu geben, kommt für viele nicht in Frage. So übernehmen die Kinder – meist die Töchter und Schwiegertöchter – die Pflege in der Häuslichkeit der Eltern oder richten ein Zimmer bei sich für Mutter oder Vater ein, die Tagesplanung wird umgestellt und das Elternteil zieht ein.

Aber Pflege – was bedeutet das eigentlich? Pflege beansprucht Zeit. Täglich oft mehrere Stunden und auch nachts ist durchschlafen nicht garantiert. Neben den körperlichen Anforderungen sind es vor allem psychische Faktoren, die belastend wirken. Denn Entspannung bleibt auf der Strecke, wenn die vermeintliche Freizeit in einer Warteposition verbracht wird – wie im Bereitschaftsdienst.

Alles zu viel? Anzeichen von Stress und Überforderung

Kopf- und Rückenschmerzen sind Anzeichen dafür, dass der Körper an den Rand seiner Möglichkeiten gelangt ist. Oft weniger deutlich erkennbar sind seelische Beschwerden, die durch zu hohe Belastung bei der Pflege auftreten können. Dazu zählen:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Aggression, Reizbarkeit und plötzlich heftige Abneigung
  • dauerhafte Gewissensbisse
  • Angst, innere Unruhe
  • Einsamkeit
  • negative Gedanken bis hin zur Depression
  • Antriebslosigkeit, ständige Erschöpfung bis hin zum Burnout
  • Magen-Darm-Beschwerden

Die Mischung aus Liebe, Pflicht- und Schuldgefühlen führt oft zur Überforderung in der Pflege. Viele pflegende Angehörige vernachlässigen sich selbst dabei und finden nicht mehr die Balance zwischen den eigenen Wünschen und denen des zu Pflegenden.

Tipps zur Entspannung und Entlastung

Lassen Sie für sich selbst Hilfe zu, auch wenn Ihre Eltern sich dagegen sträuben. Empfehlenswert ist das Beratungsgespräch durch den Pflegestützpunkt in der Häuslichkeit der Eltern durchzuführen. Oftmals akzeptieren die Eltern die Empfehlungen von unabhängigen Experten leichter, als von den eigenen Angehörigen.

Auch die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft durch osteuropäische Betreuungskräfte bietet eine hohe Entlastung für pflegende Angehörige. Die von uns vermittelten Betreuungskräfte übernehmen nicht nur die üblichen Arbeiten wie Pflege und Hauswirtschaft, sondern leisten auch Gesellschaft, Erzählen und begleiten bei Spaziergängen. Die sogenannte „24 Stunden Pflege“ bieten wir bereits ab 4 Wochen Vertragslaufzeit an.

Reden Sie sich Ihre Sorgen von der Seele. Hierfür bieten sich Möglichkeiten in Selbsthilfegruppen oder in Erzählcafés.

Schaffen Sie sich bewusst Freiräume und gönnen Sie sich regelmäßig eine Auszeit, um Kraft für die Pflege Ihrer Eltern zu tanken. Welche Entlastungsleistungen bei der Pflegeversicherung beantragt werden können, lesen Sie hier.


weitere Blog-Beiträge:

«

»