Herzklappenfehler bei älteren Menschen

Herzklappenfehler

Herzklappenfehler machen sich im Alter insbesondere als erworbene Aortenklappenstenose oft erst relativ spät durch Symptome bemerkbar. Eine konkrete Diagnose beim Arzt bleibt für Pflegebedürftige daraufhin unverzichtbar. Während der Abwägung des Operationsrisikos kommen auch neue Katheter-Methoden ins Spiel.

Häufige Symptome der Herzklappenfehler bei älteren Menschen

Unabhängig von der genauen Art der Herzklappenfehler zeigt die Funktionsstörung häufig sehr ähnliche Symptome, nach denen Pflegebedürftige mit ihren Angehörigen einen Mediziner kontaktieren müssen. Nicht nur im Alter ist ein Arztbesuch alternativlos, sobald ein Mensch am Brustbein ein Gefühl der Enge oder Druck empfindet. Außerdem werden Senioren mit einem Herzklappenfehler schneller müde und fühlen sich in einer liegenden Position zum Teil unwohl oder leiden unter Atemnot. Manche Betroffene fallen sogar in Ohnmacht. Ein niedriger oder schwankender Blutdruck ist genauso ein Warnzeichen.

Aortenklappenstenose sowie weitere Formen und Ursachen der Herzklappenfehler im Alter

Bei älteren Menschen treten Herzklappenfehler besonders oft auf, weil die häufigste Variante der Funktionsstörung eine Folge des Lebensstils ist und daher nicht plötzlich ausbricht. Dabei handelt es sich um die erworbene Aortenklappenstenose. Dieser Herzklappenfehler entsteht, während die Klappe verkalkt wird. Zugleich kommt es im Verlauf der Jahre zum Verschleiß der Herzklappe. Unzureichende Bewegung und eine schlechte Ernährung begünstigen diese Entwicklung. Vor allem ab dem 65. Lebensjahr ist daraufhin nicht selten ein Herzklappenfehler bemerkbar. Die Klappen verengen sich durch die Verkalkung und werden manchmal auch undicht. Neben der Klappenstenose besteht dann eine Klappeninsuffizienz. Beide Klappenfehler-Varianten sind teilweise alleine oder zusammen feststellbar.

Angeborene Herzklappenfehler fallen hingegen seltener erst im Alter auf. Obwohl bei den meisten älteren Menschen der Verschleiß die Hauptursache ist, lassen sich Entzündungen als weiterer Auslöser nicht grundsätzlich ausschließen. Zudem verursachen Herzklappenveränderungen eventuell einen Mitralklappenprolaps (MKP), bei dem die sogenannte Mitralklappe gewölbt wird. Manche Auffälligkeiten lassen sich auf die Kombination dieser Fehlbildung mit verschleißbedingten Klappenfehlern zurückführen.

Abwägung des Operationsrisikos bei älteren Patienten mit neuen Methoden

Für die dauerhafte Behebung von einem Herzklappenfehler ist auch bei älteren Patienten oft eine Operation erforderlich. Wegen des Operationsrisikos bleibt aber vor allem im Alter eine sorgfältige Abwägung im Vorfeld unverzichtbar. Es stellt sich zunächst die Frage, wie schwer der Herzklappenfehler ausfällt und welche Symptome damit einhergehen. Zugleich ist es relevant, ob ohne Eingriff eine erhebliche Verschlimmerung oder sogar zusätzliche Herzschäden drohen. Wünsche des Patienten sind genauso zu berücksichtigen. Wenn die Erkenntnisse das Risiko einer Operation nicht rechtfertigen, sind Medikamente für eine alternative Behandlung denkbar.

Neue Methoden verringern das Operationsrisiko bei älteren Personen mit einem Herzklappenfehler teilweise ganz erheblich. Denn manchmal gelingt es Medizinern, die Herzklappen mit einem Katheter auszutauschen. Die operativen Maßnahmen müssen somit nicht immer zwingend am offenen Herzen erfolgen. Ein EKG, Herzkatheter oder sonstige Untersuchungen unterstützen Ärzte während der Abwägung.

Behandlung verursachender Erkrankungen von einem Herzklappenfehler

Bevor es zur Therapie von einem Herzklappenfehler kommt, ist bei älteren Menschen die Bekämpfung einer verursachenden Erkrankung teilweise ganz besonders wichtig. Gegen eventuelle Infektionen verordnen Ärzte in der Regel geeignete Antibiotika. Darüber hinaus gilt die Priorität zuerst akuten Erkrankungen wie beispielsweise einem Herzinfarkt. Auch nach einer Operation ist bei zusätzlichen Folgeerkrankungen im Alter eine Antibiotika-Therapie zur Vermeidung eines erneuten Herzklappenfehlers häufig ratsam.


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