Andere Länder andere Weihnachtsbräuche

Weihnachten 2017

Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise und erfahren Sie Interessantes darüber, wie die von uns vermittelten litauischen, polnischen und bulgarischen 24 Stunden Pflegekräfte das Weihnachtsfest in ihrem Heimatland feiern.

Linksmų Kalėdų – Frohe Weihnachten auf Litauisch

Die Adventszeit ist in Litauen geprägt von Ruhe und Besinnlichkeit. Viele Gläubige pflegen die alte litauische Weihnachtstradition und fasten in der vierwöchigen Adventszeit. Auf Fleisch und Milchprodukte wird dabei gänzlich verzichtet. Heiligabend (Kūčios) ist der wichtigste Festtag. Am Abend des 24. Dezember kommt die ganze Familie zusammen. Für die symbolische Geburt Jesu im Stall wird der Tisch für das Abendmahl mit Stroh bedeckt und darüber kommt ein weißes Leinentischtuch mit Hostien und Brot. Zur Tradition gehört es, dass ein zusätzlicher Platz eingedeckt wird, der in Gedenken an ein verstorbenes Familienmitglied leer bleibt. Sobald sich der erste Abendstern am Himmel zeigt, beginnt das traditionelle Mahl (Kūčia). In Anlehnung an die 12 Apostel besteht dieses aus 12 verschiedenen fleischlosen Speisen, die auf den Tisch gestellt werden. Eine typische Speise ist eine Suppe aus Mohnkörnchen. Dazu gibt es kleine runde Kekse (Kūčiukai), die aus Mehl, Zucker, Mohn und Wasser gebacken werden. Andere typische Speisen sind beispielsweise Rote-Bete-Suppe, Fisch- und Pilzgerichte, Nüsse, Äpfel, Salate.

Bevor mit dem Essen begonnen wird, wünscht man jedem am Tisch Gutes für das nächste Jahr. Der Wünschende bricht hierfür ein Stückchen vom Brot ab oder nimmt eine Hostie. Jeder muss von jeder Speise des Abendmahls essen.

Der Tisch wird nach dem Essen nicht abgeräumt. Zur Tradition gehört es, dass die Speisen auf dem Tisch verbleiben. Diese sind für die Seelen der verstorbenen Familienmitglieder.

Eine alte Tradition zu Weihnachten ist auch das Hervorziehen eines Strohhalmes unter dem Tischtuch. Je länger und dicker der Halm ist, umso besser und interessanter wird das nächste Jahr. Entsprechend sind dünne oder zerbrochene Halme nicht begehrt, da sie kein gutes Omen bedeuten.

Nach dem Abendessen geht die Familie zum Gottesdienst. Während dieser Zeit legt der litauische Weihnachtsmann (Kalėdų Senelis) seine Gaben unter den Weihnachtsbaum, welche erst am Morgen des 25. Dezember ausgepackt werden. Ab dem 25. Dezember kann wieder Fleisch gegessen werden.

błogosławione Boże Narodzenie – gesegnete Weihnachten auf Polnisch

Mit dem Todestag des Heiligen Andreas beginnt am 30. November die weihnachtliche Fastenzeit in Polen und endet um Mitternacht am Heiligabend. Der Heilige Abend wird in Polen „Wigilia“ genannt und ist für die überwiegend katholische Bevölkerung Polens von ganz besonderer Bedeutung. An diesem Tag steht die Familie im Vordergrund und ist von christlichen Traditionen geprägt. Der Tag ist ein großes Familienfest und wird gemeinsam in Harmonie, Liebe und einträchtiger Ruhe verbracht.

Bereits vor dem Heiligabend beginnen meist die Vorbereitungen für das heilige Abendmahl. In Erinnerung an die 12 Monate oder Apostel besteht dies aus 12 fleischlosen Gerichten.

Am 24. Dezember wird der Weihnachtsbaum aufgestellt und von der ganzen Familie geschmückt. Der Tisch wird festlich mit einem weißen Tischtuch gedeckt und es wird ein Gedeck mehr auf den Tisch gelegt, als benötigt wird. Dieses Gedeck ist dafür, falls ein bedürftiger Mensch oder unerwarteter Gast an die Tür klopft.

Erst mit dem ersten Stern am Himmel (meist gegen 17:00 Uhr) beginnt das Abendmahl. Begonnen wird dies mit dem traditionellen Oblaten brechen. Jedes Familienmitglied nimmt sich eine der auf dem Tisch liegenden viereckigen Oblate (Opłatek) und geht reihum von Person zu Person und gibt ein Stück seiner Oblate ab und nimmt und isst ein Stück von der Oblate des Anderen. Dabei wünscht man sich Glück und viel Segen für das nächste Jahr. Als Hauptspeise kommen Fischgerichte auf den Tisch, wobei der Karpfen fast nie fehlen darf. Außerdem gibt es zum Beispiel verschiedene Krautgerichte, Rote-Bete-Suppe, Nudeltaschen mit Pilzfüllung, Bohnen, eine Weihnachtspastete, auch Süßes darf nicht fehlen. Jeder isst von jeder Speise.

Eine alte Tradition ist, sich nach dem Essen eine Fischschuppe in`s Portemonnaie zu stecken. Diese soll Glück und Wohlstand im nächsten Jahr bescheren.

Nach dem reichhaltigen Essen werden gemeinsam Weihnachtslieder (Koledy) gesungen. Bevor die ganze Familie zur feierlichen Weihnachtsmesse (Pasterka) in die Kirche geht, gibt es die Geschenke.

Auch der 25. und 26. Dezember steht ganz im Zeichen der Familie.

Vesela Koleda – Schöne Weihnachten auf Bulgarisch

Das Weihnachtsfest (Koleda) beginnt am 25. Dezember. Der Heilige Abend (budni wetscher) am 24. Dezember ist der letzte Tag der 40-tägigen Fastenzeit im orthodoxen Bulgarien. Aus diesem Grund werden am Heiligen Abend nur vegetarische Gerichte aufgetischt. Wichtig dabei ist, dass es eine ungerade Anzahl von verschiedenen Gerichten gibt. Dies sind mindestens 7 an der Zahl und in der Regel nicht mehr als 11 oder 13. Die traditionelle bulgarische Spezialität – die auf keinem Tisch fehlen darf – ist das hausgemachte runde Spezialbrot (Pitka), in dem eine Münze versteckt wird. Das Abendmahl wird damit begonnen, indem der Familienälteste das Brot nimmt und mit den Händen zerteilt. Das erste Stück gehört Gott und die anderen Stücke werden zwischen den Familienmitgliedern aufgeteilt. Wer die Münze in seinem Stückchen findet, der wird im nächsten Jahr mit Glück belohnt.
Andere typische Speisen zu Weihnachten sind beispielsweise eine Suppe aus weißen Bohnen, mit Reis oder Bohnen gefüllte Wein- oder Sauerkrautblätter, gefüllte Paprika, eine Art Strudel aus Kürbis (Tikvenik), Walnüsse, Feigen, Birnen und vieles mehr.

Ein oftmals schon vergessener Weihnachtsbrauch ist „Budnik“. Hiermit ist ein Baumstumpf meist aus Eiche gemeint. Hierfür gingen am Morgen des Heiligen Abend festlich gekleidete junge Männer in den Wald und wählten einen geeigneten Budnik aus. Dieser wurde idealer Weise aus einem jungen und geraden Eichenbaum geschnitten. Wichtig war, dass das Holz auf dem Weg nach Hause nicht den Boden berühren durfte. Als Symbol für Hoffnung auf Wohlstand für die Zukunft musste dieser Baumstumpf die ganze Nacht von Heiligabend bis zum ersten Weihnachtstag im Kamin brennen.

Vielerorts sind ab Heilig Abend Mitternacht bis Sonnaufgang junge Männer (Koledari) in Trachten zu sehen, die von Tür zu Tür gehen und Weihnachtslieder singen. Sie klopfen mit dekorierten Kornelkirschzweigen auf den Rücken der Leute und überbringen Wünsche für Gesundheit und Glück für das kommende Jahr. Für ihre Wünsche erhalten die Koledari kleine Aufmerksamkeiten wie beispielsweise Brezeln und Wein.

Die Geschenke bringt der Weihnachtsmann (Djado Koleda) in der Nacht vom 24. zum 25. Dezember.


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