Gedächtnistraining für Senioren – mit Gehirnjogging geistig fit bleiben

Gedächtnistraining

Nachlassende geistige Kräfte und eine sinkende kognitive Leistungsfähigkeit sind leidige Begleiterscheinungen des Alterns, aber auch ganz natürlich. Nur weil ab und zu Termine vergessen werden oder die Brille verlegt wird, muss noch kein ernstes Krankheitsbild wie Demenz oder Alzheimer vorliegen. Der Erinnerungsprozess hat drei grundlegende Vorgänge: Eine Information wird erst kodiert, dann abgespeichert und schließlich wieder abgerufen. Mit zunehmendem Alter greifen diese Schritte durch den natürlichen Zellabbau im Gehirn weniger flüssig ineinander und führen zu Erinnerungsschwierigkeiten. Doch dem kann aktiv entgegengewirkt werden.

Gedächtnistraining hält die grauen Zellen fit

Die individuelle geistige Fitness im Alter ist nicht vollständig vorherbestimmt, sondern kann durch Gehirnjogging positiv beeinflusst werden. Kleine Übungen im Alltag trainieren gezielt die Gedächtnisleistung und halten das Hirn auf Trab. Wird dieses nämlich regelmäßig vor spannende Herausforderungen gestellt, entstehen neue Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen. Ist das Gehirn in sich stärker vernetzt, können Informationen besser verarbeitet und sogar Symptome einer Demenzerkrankung verzögert werden. Dabei sollten die Aufgaben abwechslungsreich sein und den richtigen Schwierigkeitsgrad haben. Fühlt sich der Senior überfordert, kann sich Frustration einstellen, zu leichtes Gedächtnistraining wird dagegen schnell langweilig.

Gehirnjogging muss kein Einzelsport sein: Im gegenseitigen Austausch mit anderen Menschen werden die grauen Zellen stark angeregt. Gemeinsames Kartenspiel oder eine Partie Schach sorgen dafür, dass sich ältere Menschen nicht einsam fühlen und ganz spielerisch etwas für ihre Gehirnleistung tun. Memory-Spiele fördern die Merkfähigkeit und Konzentration. Auch eine angeregte Unterhaltung über gemeinsame Interessen trägt dazu bei, den Geist wach zu halten. Werden noch im Alter geliebte Hobbys gepflegt oder neue entdeckt, beschäftigen sich die Senioren intensiv mit Themen, die sie interessieren. Ihr Wissen zu mehren und stetig weiter zu lernen ist ein guter Weg, um geistiger Trägheit entgegenzuwirken.

Nur Kreuzworträtsel reichen nicht

Das tägliche Lösen von Kreuzworträtseln genügt nicht, um das Gehirn effektiv anzuregen. Die immer sehr ähnlich aufgebaute Struktur dieser Rätsel führt zu einer Denkroutine und einem Gewöhnungseffekt, der ein wirksames Training des Gedächtnisses verhindert. Besser geeignet sind wechselnde Rätselarten oder auch das Erlernen eines Instruments oder einer neuen Sprache. Auch das Anschauen und Mit-Raten von Quizsendungen kann als Gehirnjogging genutzt werden. Technisch fitte Senioren, die sich nicht vor dem Umgang mit Computern scheuen, finden zahlreiche Online-Angebote für Gedächtnistrainings. Ergänzend zum Gehirnjogging können Senioren ihr Gedächtnis auch unterstützen, indem sie ihrem Körper etwas Gutes tun. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, viel Flüssigkeitsaufnahme und genügend Bewegung an der frischen Luft helfen, die körperlichen Voraussetzungen für geistige Fitness bis ins hohe Alter zu bewahren. Altersgerechter Sport fördert die Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Hirns und regt dessen Stoffwechsel an.

Wer rastet, der rostet

In der Betreuung von Senioren, z.B. im Rahmen der 24 Stunden Pflege, sollte ihnen natürlich das Leben erleichtert, jedoch keinesfalls alles geringfügig Anstrengende abgenommen werden. Wird das Hirn nicht mehr beansprucht, wird es ebenso bequem und träge wie ein ungenutzter Muskel. Das Konzept der aktivierenden Pflege leistet Hilfe zur Selbsthilfe und hat zum Ziel, älteren Menschen unter individueller Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten weiterhin die größtmögliche Selbstständigkeit zu bieten. Unter fürsorglicher Aufsicht alltägliche Tätigkeiten so lange wie möglich selbst ausführen zu können, erhöht die Lebensqualität und ist das beste Gehirnjogging.


weitere Blog-Beiträge:

«

»