KfW-Zuschuss für altersgerechten Umbau: Förderung 2026 nutzen
Viele Menschen wünschen sich, auch im Alter möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können. Damit das gelingt, muss das Zuhause oft an neue Bedürfnisse angepasst werden: Stolperfallen müssen verschwinden, das Bad sollte sicherer werden und Wege in der Wohnung sollten auch mit Rollator oder Rollstuhl gut nutzbar sein.
Für solche Maßnahmen gibt es Unterstützung durch die KfW. Das Förderprogramm 455-B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ hilft Eigentümerinnen, Eigentümern und teilweise auch Mietenden dabei, altersgerechte Umbauten finanziell leichter umzusetzen. Die KfW nennt aktuell Zuschüsse von 10 % bis 12,5 % der förderfähigen Kosten.
Warum altersgerechter Umbau so wichtig ist
Mit zunehmendem Alter verändern sich die Anforderungen an das eigene Zuhause. Was früher selbstverständlich war, kann später zur täglichen Hürde werden: eine hohe Badewannenkante, Schwellen zwischen Räumen, enge Türen, rutschige Böden oder schlecht erreichbare Eingänge.
Gerade wenn eine Betreuung oder 24-Stunden-Pflege zu Hause geplant ist, kann ein barrierereduziertes Wohnumfeld den Alltag deutlich erleichtern. Es schafft mehr Sicherheit für pflegebedürftige Menschen, entlastet Angehörige und unterstützt auch Betreuungskräfte bei der täglichen Hilfe.
Typische Maßnahmen sind zum Beispiel:
- Umbau des Badezimmers, etwa durch eine bodengleiche Dusche
- Abbau von Türschwellen
- Verbreiterung von Türen
- Einbau von Haltegriffen
- Verbesserung der Wege zum Haus oder zur Wohnung
- Anpassung von Treppen, Eingängen oder Fluren
- rutschhemmende Bodenbeläge
- bessere Bewegungsflächen in wichtigen Wohnbereichen
Solche Umbauten erhöhen nicht nur die Sicherheit. Sie können auch dazu beitragen, Pflege zu Hause länger möglich zu machen.
Was ist der KfW-Zuschuss 455-B?
Das KfW-Programm 455-B „Barrierereduzierung – Investitionszuschuss“ richtet sich an Menschen, die Barrieren in ihrer Wohnung oder ihrem Haus reduzieren möchten. Der große Vorteil: Es handelt sich um einen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.
Gefördert werden Maßnahmen, die den Wohnkomfort verbessern und Barrieren abbauen. Dabei geht es nicht nur um Menschen mit bereits bestehendem Pflegegrad. Auch wer frühzeitig vorsorgen möchte, kann von altersgerechten Umbauten profitieren.
Wie hoch ist der KfW-Zuschuss?
Die Höhe der Förderung hängt davon ab, ob einzelne Maßnahmen umgesetzt werden oder ob das gesamte Zuhause den Standard „Altersgerechtes Haus“ erreicht.
Einzelmaßnahmen
Bei einzelnen barrierereduzierenden Maßnahmen, zum Beispiel einem Badumbau oder dem Abbau von Schwellen, beträgt der Zuschuss:
- 10 % der förderfähigen Kosten
- maximal 2.500 Euro pro Wohneinheit
Förderfähig sind bei Einzelmaßnahmen Kosten von bis zu 25.000 Euro pro Wohneinheit.
Standard „Altersgerechtes Haus“
Wenn umfassender umgebaut wird und der KfW-Standard „Altersgerechtes Haus“ erreicht wird, beträgt der Zuschuss:
- 12,5 % der förderfähigen Kosten
- maximal 6.250 Euro pro Wohneinheit
In diesem Fall können bis zu 50.000 Euro förderfähige Kosten pro Wohneinheit berücksichtigt werden.
Beispiel: So kann sich der Zuschuss auswirken
Ein Badezimmer wird altersgerecht umgebaut. Die förderfähigen Kosten betragen 18.000 Euro.
Bei einer Einzelmaßnahme können 10 % Zuschuss beantragt werden. Das wären in diesem Beispiel: 18.000 Euro x 10 % = 1.800 Euro Zuschuss
Wichtig ist: Der Zuschuss wird nicht automatisch ausgezahlt. Er muss beantragt und bewilligt werden. Außerdem sind die jeweils gültigen KfW-Bedingungen zu beachten.
Aktueller Stand 2026: KfW-Zuschuss wieder verfügbar
Anfang 2026 waren Zuschüsse für barrierereduzierende Maßnahmen zeitweise nicht verfügbar beziehungsweise nur eingeschränkt möglich. Die KfW hat die Zuschussförderung inzwischen wieder aufgenommen. Laut KfW können seit dem 8. April 2026 wieder Zuschüsse für Maßnahmen zur Barrierereduzierung beantragt werden.
Da die Förderung von verfügbaren Bundesmitteln abhängt, sollte vor der Planung immer geprüft werden, ob aktuell noch Budget vorhanden ist. Auch die Bundesfachstelle Barrierefreiheit weist darauf hin, dass 2026 Mittel für das Programm bereitgestellt wurden und nennt ebenfalls die Zuschusshöhen von 10 % beziehungsweise 12,5 %.
Wichtig: Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen
Ein häufiger Fehler ist, dass Umbauten bereits beauftragt oder begonnen werden, bevor der Förderantrag gestellt wurde. Das kann dazu führen, dass kein Zuschuss mehr möglich ist.
Deshalb gilt: Erst informieren, dann Antrag stellen, Bewilligung abwarten und danach mit der Umsetzung beginnen. Die Beantragung erfolgt über das KfW-Zuschussportal. Dort können Zuschüsse beantragt, Daten verwaltet und Nachweise hochgeladen werden.
KfW-Zuschuss und Pflege zu Hause: Warum beides zusammengehört
Ein altersgerechtes Zuhause ist oft ein wichtiger Baustein, damit Pflege und Betreuung im eigenen Zuhause gut funktionieren. Gerade bei der häuslichen 24-Stunden-Betreuung spielen sichere Wege, ein gut nutzbares Bad und ausreichend Bewegungsfläche eine große Rolle.
Ein barriereärmeres Wohnumfeld kann helfen, Stürze zu vermeiden, den Alltag selbstständiger zu gestalten und pflegende Angehörige zu entlasten. Auch Betreuungskräfte profitieren davon, wenn alltägliche Handgriffe sicherer und einfacher möglich sind.
Aurea Pflegevermittlung unterstützt Familien dabei, passende Betreuungslösungen für die häusliche Pflege zu finden. Wenn zusätzlich bauliche Anpassungen geplant sind, kann es sinnvoll sein, Fördermöglichkeiten wie den KfW-Zuschuss frühzeitig zu prüfen.
Fazit: Frühzeitig planen und Förderung sichern
Der KfW-Zuschuss 455-B kann eine wertvolle finanzielle Unterstützung sein, wenn das eigene Zuhause altersgerecht und barriereärmer umgebaut werden soll. Besonders häufig geht es um Badumbauten, den Abbau von Schwellen oder bessere Zugänge im Wohnbereich.
Wer einen Umbau plant, sollte sich frühzeitig informieren, die aktuellen Förderbedingungen prüfen und den Antrag rechtzeitig vor Beginn der Maßnahmen stellen. So kann das Zuhause sicherer, komfortabler und besser auf die Pflege im Alter vorbereitet werden.
