Aus 3 Pflegestufen werden 5 Pflegegrade - ab 2017

 

2017 kommt das neue Pflegestärkungsgesetz (PSG II). Anhand dieser Neuregelung werden die bisherigen drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade  ersetzt. Damit reagiert der Gesetzgeber auf den zunehmenden Pflegebedarf in Deutschland. Wer bereits Leistungen der Pflegeversicherung bezieht, wird per Gesetz automatisch in das neue System übergeleitet. Es muss kein neuer Antrag auf Begutachtung gestellt werden.

 

 

Leistungen für Pflegebedürftige

Um Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen zu können
muss ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden.

Für die Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt eine Untersuchung durch
den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK).

Pflegestufe

2016

Pflegegrad

2017

 

1

*

0 (mit Demenz)

123 €

2

316 €

I (ohne Demenz)

244 €

I (mit Demenz)

316 €

3

545 €

II (ohne Demenz)

458 €

II (mit Demenz)

545 €

4

728 €

III (ohne Demenz)

728 €

III (mit Demenz)

728 €

5

901 €

Härtefall

 

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Verbesserte Leistungen ab 2017

 
Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhalten ab 2017 mehr Hilfe und verbesserte Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Zu den maßgeblichsten Änderungen zählen
- ein verbessertes Begutachtungssystem und
- die Umstellung auf fünf Pflegegrade.

Damit sollen nun alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen erhalten.

Bisher bezog sich der Begriff der Pflegebedürftigkeit vor allem auf körperliche Beeinträchtigungen.
Mit dem neuen Gesetz erhalten nun auch Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen sowie an Demenz erkrankte Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung.

Grundlage ist ein neues Begutachtungsinstrument.
Die Pflegebedürftigkeit orientiert sich nicht mehr daran, wie viel Zeit ein Mensch am Tag an Hilfe benötigt, sondern im Wesentlichen daran, wie selbstständig der Alltag bewältigt werden kann und wie viel Unterstützung dafür notwendig ist.
Aus den genannten Bereichen lässt sich der Grad der Selbstständigkeit ableiten.

 

Neue Begutachtungsweise

 

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhalten ab 2017 mehr Hilfe und verbesserte Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Für die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit sind nach der neuen Begutachtungsweise folgende Bereiche relevant:

  • Mobilität
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Selbstversorgung
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Wer bereits Leistungen der Pflegeversicherung bezieht, wird per Gesetz automatisch in das neue System übergeleitet.

Es muss kein neuer Antrag auf Begutachtung gestellt werden.

 

Einstufung in 5 Pflegegrade

 
Alt

Neu

 

Pflegestufe unterhalb 1
(so genannte „Pflegestufe 0“)

Pflegegrad 2

Erhebliche Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe I

Pflegegrad 2

Pflegestufe I mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe II

Pflegegrad 3

Pflegestufe II mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 4

Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten

Pflegestufe III

Pflegegrad 4

Pflegestufe III mit eingeschränkter Alltagskompetenz

Pflegegrad 5

Schwerste Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

  

Hinweis: In den Pflegegrad 1 kann nicht übergeleitet werden.
Dieser wird nur für neue Einstufungen ab 2017 vergeben.

 

 

 *) Pflegebedürftige in Pflegegrad 1
können für die Finanzierung von Pflegesachleistungen,
der teilstationären Pflege und der Kurzzeitpflege
den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat nutzen.
Monatlich nicht verbrauchte Beträge können innerhalb
eines Kalenderjahres angespart 
und bis zum 30. Juni des Folgejahres verbraucht werden.

Leistungen für den Pflegegrad I:

Anspruch auf halbjährliche Beratungsbesuche

 

Alle Pflegeleistungen aus der Pflegekasse

 
Leistung

Pflege-
grad 1

Pflege-
grad 2

Pflege-
grad 3

Pflege-
grad 4

Pflege-
grad 5

Pflegegeld

---

316 €

545 €

728 €

901 €

      
Pflegesach-
leistung

---*

689 €

1.298 €

1.612 €

1.995 €

Teilstationäre
Pflege

---*

689 €

1.298 €

1.612 €

1.995 €

Entlastungs-
betrag

125 €

125 €

125 €

125 €

125 €

Kurzzeitpflege,
jährlich

---*

1.612 €

1.612 €

1.612 €

1.612 €

Verhinderungs-
pflege, jährlich

---

1.612 €

1.612 €

1.612 €

1.612 €

zum Verbrauch
bestimmte
Pflegehilfsmittel

40 €

40 €

40 €

40 €

40 €

Vollstationäre
Pflegeleistungen

125 €

770 €

1.262 €

1.775 €

2.005 €

Quelle: AOK. Weiterführender Link siehe unten.

Rechenbeispiel (ab 2017)

Die tatsächlichen Ausgaben für eine 24-Stunden-Betreuung sind abhängig vom individuellen Bedarf und dem jeweiligen Pflegegrad 

Pflegegrad

 

II

III

IV

V

  Zu leistender Eigenanteil

Pro Tag ab

40,-- €

36,-- €

33,-- €

31,-- €

  Der Betrag errechnet sich aus folgenden Positionen:

 

 

 

 

 

  Kosten für die 24-Stunden Betreuungskraft

pro Monat

2.100,--

2.200,--

2.300,--

2.400,--

  Vermittlungskosten

inklusive

inklusive

inklusive

inklusive

inklusive

  anrechenbare Unterstützung und Zuschüsse:

  

 

 

 

    -  Pflegegeld

pro Monat

316,-- €

545,-- €

728,-- €

901,-- €

   -  Verhinderungspflegegeld (1.612,-- € jährlich)

pro Monat

134,33 €

134,33 €

134,33 €

134,33 €

   -  Kurzzeitpflege  (806,-- € jährlich)

pro Monat

67,17 €

67,17 €

67,17 €

67,17 €

   -   Steuervorteil  (bis zu 4.000,--€ jährlich)

pro Monat

333,-- €

333,-- €

333,-- €

333,-- €

 

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein Preisbeispiel handelt. Die genauen Kosten und Erstattungsmöglichkeiten sind vom Einzelfall abhängig und können höher oder niedriger sein.

Einfluss auf die monatlichen Kosten für Ihre 24 Stunden Betreuungskraft haben folgende Kriterien:

  • Pflegebedürftigkeit
  • Angeforderte Qualifikationen der Betreuungskraft
  • Anzahl der zu betreuenden Personen im Haushalt

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Preisbeispiel
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